D1. Endstation im Kreispokal in der dritten Runde

D1. Endstation im Kreispokal in der dritten Runde

Matchday.
 
„Bei bestem Fußballwetter durften wir heute die 1. D-Jugend des Werderaner FC Viktoria am Strandbad begrüßen. Alle Jungs an Bord, topfit und hochmotiviert….“
 
So oder ähnlich hatte ich eigentlich den Einstieg in den heutigen Spielbericht gedanklich für mich vorformuliert. Es kam allerdings alles anders. Bestes Fußballwetter stimmt, der Gegner auch. Ansonsten leider Fehlanzeige. Am Freitag Abend die Absage von Torhüter Nils, der einen Fahrradunfall hatte und nicht spielen konnte. An dieser Stelle gute Besserung Nils, werde schnell wieder gesund. Toll, dass du trotzdem vor Ort warst und deine Jungs moralisch unterstützt hast. Wenige Minuten später die muskulär bedingte Absage von Stammspieler Till , der dann aber trotzdem unverhofft zur Treffzeit erschien und sporadisch eingesetzt werden konnte. Die Voraussetzungen für den heutigen Spieltag waren also alles andere als optimal, wir mussten notgedrungen kurzfristig improvisieren. Mittelstürmer und Torgarant Moritz wechselte ins Tor, daraus resultierend Umstellungen in einigen Mannschaftsteilen . Trotz allem waren wir (Trainer) hochmotiviert und hatten einen Plan.
 
Auf das sehr faire Spiel gehe ich nicht weiter ein, ich komme direkt zum Fazit:
 
Glückwunsch an die Jungs vom Werderaner FC Viktoria rund um Trainer Mathias, die auch in der Höhe verdient in die nächste Runde des Kreispokales eingezogen sind. Wir erwischten einen rabenschwarzen Tag, der Gegner war heute in allen Belangen besser. Letztendlich liefen wir nur hinterher, klare und herausgespielte Torchancen hatten wir eigentlich keine. Die wenigen Möglichkeiten resultierten heute allenfalls aus ruhenden Bällen. Es fehlte an Zuordnung, das Zweikampfverhalten war, ich nenne es mal ganz vorsichtig „unglücklich“, der letzte Pass kam nie an. Kombinationsfußball Fehlanzeige. Mit solch einer Leistung kommst du halt nicht in die nächste Runde, Punkt. Kurzfristige Umstellungen hin oder her, heute fehlte es auch an Körperspannung und Einstellung. Wir trafen auf den erwartet starken Gegner, der mit so wenig Gegenwehr wohl kaum gerechnet hatte. Werder wollte es heute mehr, dies war für jedermann deutlich (erschreckend) sichtbar. Als junger Vorgesetzter habe ich seinerzeit einmal gelernt, dass sich Lob und Tadel die Waage halten sollen. Ein Lob war heute nicht angebracht. Man muss deutlich die Defizite ansprechen, die Jungs sind nicht aus Zucker. Beim Fußball und im gesamten Leben muss man sich auch einmal den Spiegel vorhalten , selbstkritisch sein und seine Einstellung möglicherweise überdenken und/oder revidieren. Es sind nicht immer nur die „anderen“ schuld, am Wetter oder Platz kann es heute auch nicht gelegen haben. Es kann nicht sein, dass einzelne Jungs direkt nach dem Spiel den Kopf hängen lassen und andere unmittelbar wieder herumalbern und augenscheinlich keine Probleme mit einer Niederlage haben. Ja, ich bin sauer.
 
Abhaken, Mund abputzen, Krone richten, besser machen.
 
Dem Werderaner FC Viktoria viel Erfolg im weiteren Pokalverlauf, wir werden die weiteren Ergebnisse nun gespannt am Liveticker verfolgen und die freien Pokalwochenenden auf dem Sofa oder sonst wo verbringen dürfen. Ich hätte lieber auf dem Platz gestanden. Schade.
 
Ach ja, 0:4, Halbzeitstand 0:1.
 
Euer Holger